Besuch des Atomkraftwerkes Grohnde

Am 31.01.2006 besuchten einige Mitglieder aus der ev. Jugend Bad Salzdetfurth und zwei meiner Kollegen zusammen mit mir das Atomraftwerk in Grohnde.
Als wir um 09:00 Uhr am Atomkraftwerk ankamen, sahen wir uns als erstes mal im Informationszentrum um. Danach erklärte uns ein Mitarbeiter die Funktionsweise des Atomkraftwerkes.

Um 10 Uhr gingen wir dann auf das Atomkraftwerkgelände. Vorher bekamen wir einen Besucherausweiß und wurden auf Waffen oder ähnliches durchsucht. Außerdem mussten wir einen Helm aufsetzten. Nun gingen wir zum Reaktornebengebäude. Dort fuhren wir dann mit einem Fahrstuhl auf 13,4m hoch. Dort ging es dann in den inneren Sicherheitsbereich. Dabei musste jeder einzeln mit Hilfe seines Besucherausweißes durch eine Vereinzelungsanlage gehen. Dafür musste man den Ausweiß gegen ein Lesegerät halten, dann ging eine Tür auf und man musste in eine kleine Kammer gehen. Dann ging hinter einem die Tür zu und kurz danach vor einem eine Tür auf und man war im inneren Sicherheitsbereich.

Dort haben wir dann gesehen, was man alles machen muss, um in und aus dem Reaktorgebäude zu gelangen. Dafür muss man sich bis auf die Unterhose auziehen und mit bereitgestellten Badelatschen in die Schleuse gehne. Dort zieht man sich seine Unterhose auch aus und zieht komplett Dienstkleidung an, außerdem muss man ein Gerät mitnehmen, dass die Strahlenbelastung misst, da man am Tag nur einen bestimmte Dosis an Strahlung abbekommen darf.
Will man wieder aus dem Reaktorgebäude muss man die ganze Kleidung ausziehen und seine Unterhose wieder anziehen, dann muss man in einen kleinen Raum, wo man dann auf radioaktivität abgesucht wird. Dafür fähr ein Gerät automatisch vor einem rauf und runter, das selbe passiert dann auch von hinten. Sollte das Gerät keine Strahlung nachweisen, das heißt, dass man nicht kontaminiert ist, darf man aus der Schleuse rausgehen und sich wieder anziehen. Sollte man aber kontaminiert sein, muss man sich an der Stelle mit besonderen Tüchern abreiben oder duschen.

Von dieser Schleuse gingen wir dann durch ein Treppenhaus zur Schaltwarte. Dies war ein großer Raum, voll mit Schreibern, Monitoren, Schaltern und vielen Lampen. in diesem Raum wird das ganze Atomkraftwerke gesteuert. Die Warte ist in drei Schichten aus je 15 Personen, rund um die Uhr besetzt.

Von dort aus gingen wir dann aus dem inneren Sicherheitsbereich raus. Dafür mussten wir erst durch eine sehr dicke Tür gehen und dann wieder durch eine Vereinzelungsanlage. Dann ging es durch ein Treppenhaus in eine große, warme und laute Halle, das Maschinenhaus. Dort standen 4 Turbinen, eine Hochdruck - und drei Niederdruckturbinen und ein Generator, der von den Turbinen durch eine Welle mit 1500U/min angetrieben wurde, und so Strom produzierte. Das waren zu dem Zeitpunkt um die 1400MW.
Die Turbinen und der Generator sind auf großen Stahlfedern gelagert, somit schwinkt der ganze Boden mit. Dieser ist aber durch eine Rille um die Turbinen und denn Generator vom Rest des Gebäudebodens getrennt.

Durch einen Fahrstuhl fuhren wir auf "Erdhöhe". Dort stand ein Eisenbahnanhänger mit einem leerem CASTOR. Dieser wird für Tests im auf dem Atomkraftwerksgrundstück gebauten Zwischenlager gebraucht.
Dieses musste auf Grund von Beschlüssen der Bundesregierung gebaut werden. Jedes Atomkraftwerk muss so eine Zwischenlager bauen. In dieses Lager passen 100 CASTOR-Behälter.

Vom CASTOR aus gingen wir nach draußen, zu den beiden Kühltürmen. Dort war es ziemlich kalt.
Danach gingen wir zu in ein Gebäude, wo das Weserwasser "aufbereitet" wird, das heißt maschinell gereinigt wird. Dort war dann auch unserBesuch zu Ende. Wir gingen von dort zurück zum Tor, gaben dort die Helme und die Ausweise wieder ab.

Der Besuch war sehr interessant, vor Allem was seit dem 11. September 2001 für Sichheitsanlagen eingebaut werden mussten. Zum Beispiel mussten sie 18 Nebelanlagen um denn Reaktor bauen, um diesen im Notfall in Sekunden einzunebeln und es so Terroristen oder anderen zu erschweren, auf das Reaktorgebäude mit einem Flugzeug zu stürzen.

Nun noch ein Paar links zu dem Thema Atomkraft: