Projektgruppe:
Mitarbeiterinnen der Offenen Kirche: Irmgard Pape (64, Fleischerin), Elsa Wissel (75, Kaufmänn. Angestellte), Eva Wißler (74, Lehrerin) aus der Mitarbeiterrrunde für Konfirmanden- und Jugendarbeit2: Inga Brüsch (15 Schülerin), Sophia Danne (14, Schülerin), Lisa Pulvermüller (14, Schülerin), Marion Horstmann (16, Schülerin), Benito Ociepka (16, Schüler), Christian Rasche (15, Schüler), Björn Techert (16, Schüler), Jörg Neelen (35, Informatiker), Marlis Lamonby (47, Angestellte), Margot Lindenberg (65, Sozialpädagogin) Anzahl der Mitarbeitenden: 1 Hauptamtliche, 13 Ehrenamtliche

Projektkonzept/-beschreibung:
Das Altstadtfest, das von den Vereinen ausgerichtet wird, ist für Bad Salzdetfurth ein Höhepunkt des Jahres, das über die nähere Umgebung hinaus etliche Tausend Menschen an (ca. 15.000). Unsere St. Georgskirche liegt innerhalb des Festbereiches. Es gab jedoch bislang kein Angebot der Kirchengemeinde im Rahmen des Altstadtfestes. 2002 haben wir als Probelauf Offene Kirche zum Altstadtfest mit Kirchenführungen und Foto-Kirchen-Quiz angeboten. Um das Jahr der Bibel in Bad Salzdetfurth bekannt zu machen, haben wir geplant, die Offene Kirche zum Altstadtfest 2003 gezielt auf diesen Schwerpunkt abzustimmen und mit einem Aktions- und Spieleprogramm umzusetzen. Einige Angebote sollten draußen auf dem Kirchplatz stattfinden, damit sichtbar ist, dass in der Kirche etwas los ist. Andere sollten im Innenraum der Kirche angeboten werden, um die Menschen in das Kirchengebäude einzuladen. Aktionen draußen auf dem Kirchplatz:
1. Bibelregal mit oder ohne Hilfe der Bibel sollte versucht werden, die biblischen Bücher in der richtigen Reihenfolge in ein Regal einzusortieren.

2. Bibelquiz mit Fragen zum Buch der Bücher
3. Maltisch mit Ausmalbildern zu biblischen Geschichten
Aktionen in der Kirche:
4. Bilderrätsel zu den Emporengemälden Die St. Georgskirche ist eine Barockkirche mit vielen Gemälden zu biblischen Geschichten - eine Bilderbibel der besonderen Art. Verschiedene Gegenstände sollten zwölf Bildern zugeordnet werden.

5. Büchertisch mit verschiedenen Bibelausgaben und Literatur rund ums Buch der Bücher.

6. Vorlesecke mit Geschichten aus Kinderbibeln.
Zusätzlich wurden Kirchenführungen angeboten und dabei die biblischen Geschichten erzählt, die auf den Gemälden zu sehen sind. Und die Gebetsecke lud zu Ruhe, Besinnung und Gebet ein.
Zielsetzung:
Wir wollten 1. mit unseren Aktionen die Menschen neugierig machen auf biblische Geschichten und ihnen zeigen, dass die Beschäftigung mit der Bibel Spaß machen kann und dieses Buch nicht nur etwas für besonders fromme oder alte Leute ist. 2. durch das Bilderrätsel die Besucherinnen und Besucher anregen, den künstlerisch und inhaltlich wertvollen Innenraum der St. Georgskirche wahrzunehmen. 3. mit den Menschen ins Gespräch kommen, damit sie erleben können, dass wir als Menschen, die sich mit der Bibel beschäftigen ganz normale Menschen sind: vielfältig und bunt und keineswegs graue Kirchenmäuse. Welche Zielgruppe sollte erreicht werden? Wichtig war uns, dass bei den Angeboten für alle Altersstufen etwas dabei war. Besonders aber wollten wir:
1. Jugendliche ansprechen, die sich sonst wenig für das Innere der Kirche interessieren und die Bibel langweilig finden,
2. Familien, die Möglichkeit geben, beim Altstadtfest etwas miteinander tun zu können, das über Essen, Karussel fahren, Zuschauen, etc. hinausgeht, und durch unser Angebot Kirche als familienfreundlich zu erleben
Wurde die Zielgruppe erreicht?
Ja. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien und alte Menschen nutzten unsere Angebote. Die Mitarbeiterinnen der Offenen Kirche zählten am ersten Tag 177 Menschen, am zweiten 169, die in unserer Kirche waren. Nicht mit gerechnet sind diejenigen, die nur Aktionen draußen auf den Kirchplatz mitgemacht haben. Durch bunte Luftballons und Plakatständer ebenso angezogen wie durch die Aktionen, die auf dem Kirchplatz stattfanden, strömten die Menschen nur so. Gerade Familien nahmen sich viel Zeit für die Angebote. Hier waren es besonders die Kinder, die ihre Eltern motivierten, aktiv mitzumachen. Z. B. versuchten einige Familien das Bilderrätsel gemeinsam zu lösen, andere spielten Eltern gegen Kinder, wobei durchaus nicht immer die Eltern gewonnen haben. Eine Familien las sogar alle zwölf Geschichten in der Bibel nach. Eine Tochter zeigte ihrem Vater, dass sie die biblischen Bücher sortieren kann. Sohn und Vater oder Mutter und Vater machten den Bibelquiz um die Wette.

Konfirmanden und Jugendlichen kamen, um zu sehen, was bei und in der Kirche los ist. Zuerst waren sie ein bisschen unsicher, dann aber, nachdem sie von Leuten in ihrem Alter zu den Aktionen eingeladen wurden, waren sie mit Eifer dabei. Besonders Bilderrätsel und Bibelquiz haben ihnen Spaß gemacht.
Rahmenbedingungen/Projektumsetzung:
Es gab eine ca. einmonatige Vorbereitungsphase mit insgesamt drei Treffen, in der wir uns als Mitarbeitende den Kirchenraum der St. Georgskirche bewusst angesehen und Ideen für die einzelnen Aktionen entwickelt haben. Diese wurden dann in der Mitarbeiterrrunde für Konfirmanden- und Jugendarbeit vorbereitet und ausprobiert und den Mitarbeiterinnen der Offenen Kirche vorgestellt. In einem Zeitplan wurde festgelegt, wer wann im Einsatz ist. Zu den Aufgaben der Mitarbeitenden gehörte es, den Auf- und Abbau des Projektes zu organisieren und während der Einsatzzeit die Aktionen zu begleiten: die Menschen ansprechen und zum Mitmachen einladen, eine Spielaktion erklären, ggf. jemanden dabei helfen, die Lösungen kontrollieren und Preise verteilen, Maltisch und Bibelregal betreuen, biblische Geschichten vorlesen oder erzählen, Bücher verkaufen, Informationen zur St. Georgskirche geben, für Gespräche da sein. Diese Aufgaben wurden unter den Mitarbeitenden verteilt. Dabei hat sich als sinnvoll erwiesen, dass wir an beiden Tagen mit acht bis zehn Mitarbeitenden im Einsatz waren. Grundsätzlich war uns wichtig, dass wir alle ansprechbar waren und eine offene, den Menschen zu gewandte Haltung hatten. Nach Beendigung unseres Programms sind die jeweiligen Tagesteams auf dem Altstadtfest essen gegangen. Das war einerseits für uns ein guter Abschluss, andererseits auch von großer Öffenltichkeitswirksamkeit (Guck mal, das sind doch die von der Kirche!?).
Dauer:
Einmaliges Projekt: Samstag, 24. Mai und am Sonntag, 25. Mai 2003 jeweils von 14.00 - 18.00 Uhr Voraussichtliche Wiederholung im ähnlichen Stil beim Altstadtfest 2004 (05. und 06. Juni).
Auswirkungen auf die Gemeinde:
Stärkung des Wir-Gefühls zwischen Jung und Alt: In unserer Projektgruppe arbeiteten wir generationsübergreifend zusammen. Es waren Jugendliche, Erwachsene und Senioren vertreten. Das für uns alle ein Gewinn, denn sie Älteren erlebten engagierte Jugendliche und umgekehrt und man nahm sich gegenseitig als Teil einer Gemeinde wahr und ernst. Selbstbewußt werden durch Präsenz: Unsere Gemeinde wurde bei der Offenen Kirche zum Altstadtfest von am Rande stehenden Gemeindegliedern und vielen Kirchenfernen wahrgenommen, die sich durchweg sehr positiv über dieses Projekt geäußert haben. Diese Erfahrung stärkt das Selbstbewußtsein der Mitarbeitenden und vieler Gemeindeglieder, die dies Projekt interessiert begleitet haben, und wirkt motivierend für zukünftige Veranstaltungen. Kontaktknüpfen untereinander: Die Offene Kirche zum Altstadtfest wurde auch von vielen Gemeindegliedern als Kontakt- und Begegnungsmöglichkeit angenommen. Sie nutzten die Kirche als Treffpunkt, kamen miteinander ins Gespräch, lernten andere Gemeindeglieder kennen und knüpfen neue Kontakte. Dies Einander-kennen-lernen wirkt sich positiv auf unser Gemeindeleben aus: Einige machen z. B. seitdem in in bestimmten Gemeindegruppen mit, andere haben engere Kontakte zu Nachbarn geknüpft, die sich auch in unseren Gemeinden engagieren.
Medienecho:
In der örtlichen Presse und der EZ wurde positiv über unser Projekt berichtet, wobei die Berichte auf die Offene Kirche in den Sommermonaten hinweisen.

Unsere Kirche ist für Erwachsene sowie für Kinder offen. Die Gottesdienste werden von den älteren Leuten regelmässig besucht und dienen als geeignete "Lehrstätte des Glaubens" für Kinder.