"Epiphanias - Die Kunst des Findens in der Herrlichkeit"

Die Heiligen Drei Könige sind, wie wir alle, auf dem Weg, den neugeborenen König zu suchen. Der Stern ist das Zeichen, das in der Dunkelheit leuchtet, damit wir den Weg finden. Die Könige machen sich mutig auf den Weg ganz dem Stern zugewandt. Sie lassen alle Last, die sie hindern kann, zurück. Hoch erfreut sind sie, als der Stern über ihnen steht am Ziel ihrer langen und gar nicht leichten Reise. In Bethlehem gehen sie hinein und finden Maria mit dem Kind. Auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches. Aber das Kind ist anders als alle anderen.

Die Könige fallen nieder und beten es an. Sie begreifen, aller Reichtum, alle Macht, aller Konsum, alle Moden, alle Versuchungen des Geldes und der Gewalt sind nichts gegen die Liebe, die ihnen aus dem Gesicht des Gotteskindes entgegenlacht. Sie tauchen ein in den hellen Schein, der von der Krippe zu ihnen leuchtet und erkennen: Er, der reich ist, wurde doch arm um ihretwillen, damit sie durch Seine Armut reich würden. (2 Kor 8, 9). Sie finden in Bethlehem, das übersetzt "Haus des Brotes" heißt, das Brot des Lebens, das dieses Kind ge­ben will und allen Hunger nach Leben stillt. Sie erkennen die wahre Größe und Herrlichkeit des kleinen Kindes und beten den wahren Gott an.

Die Könige, die niederfallen und anbeten, werden uns zu Vorbildern unseres eigenen Lebens. Wir sind auf der Suche nach Liebe und Erfüllung unseres Lebens. Erst in der Ablehnung jeglicher Form der Vergötzung, die nur seelische Leere zurücklässt, kommen wir dort an, wo unsere Sehnsucht uns hintreibt. Dort, wo wir vor dem wahren Gott niederfallen und Ihn anbeten können. Im Gottesdienst, wo wir Ihm begegnen, der uns speist und stärkt, damit wir Seinen Weg, den des Friedens und der Liebe, gehen können.

Niemand von uns sollte sich diese wunderbare Erfahrung entgehen lassen, Gott zu begegnen, der uns mit Freude und Liebe erfüllt, wie es in dem Epiphaniaslied heißt: "Ach sinke du vor Seinem Glanz in tiefste Demut ein und lass dein Herz erleuchten ganz von solchem Freuden­schein." (EG 73, 6).

Im Namen aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Ihr

Klaus-Daniel Serke, P.