Brot für die Welt

In der Advents und Weihnachtszeit sammeln wir in den Kirchengemeinden für die Arbeit von "Brot für die Welt".

So stellten die Hauptkonfirmanden im Gottesdienst am ersten Advent ein Projekt dieser Entwicklungshilfearbeit vor. Sie berichteten über den Kaffeeanbau und Kaffeehandel. Mit diesem Thema hatten sich die Jugendlichen an einem Projekttag in verschiedenen Arbeitsgruppen beschäftigt (siehe Fotos Titelseite).

Die Kleinbauern in tropischen Ländern, die den Kaffee anbauen, können davon kaum leben. Ihre Produktionskosten übersteigen häufig den Verdienst. Die Aufhebung des "Internationalen Kaffeeabkommens" 1989 und die damit angestrebte Liberalisierung des Marktes führte zur Überproduktion und zum Sturz des Kaffeepreises auf dem Weltmarkt. Profitiert haben von dieser Liberalisierung nur die großen Kaffeekonzerne wie Kraft Foods, Nestlé, Sara Lee, Procter & Gamble und Tchibo, die zusammen schon über 50% der Kaffeeernte eines Jahres aufkaufen und damit auch die Preise bestimmen.

Die Kaffeebauern dagegen stürzte die "Kaffeekrise" in Hunger und Armut. Sie konnten und können auch jetzt meist nicht die medizinisch notwendige Versorgung bei Krankheiten bezahlen oder ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen, weil das Geld fehlt. Für viele lohnt sich der Kaffeeanbau nicht mehr, aber sie haben auch keine geeigneten Alternativen, um sich ihren Lebens­unterhalt zu verdienen und für ihre Familien zu sorgen. Während Kaffee immer günstiger zu haben ist, gefährdet der Preisverfall die Existenz der Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern weltweit.

"Brot für die Welt" unterstützt Kaffeebauern z. B. in Peru und finanziert Maschinen zur Verarbeitung der Kaffeekirschen sowie Kurse in ökologischer Landwirtschaft, stellt Gelder für den Bau von Dorfschulen zur Verfügung und unterstützt Genossenschaften, die vom "Fairen Handel" gefördert werden und ihre Kaffeebohnen z. B. an die "gepa" (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt) verkaufen. Die "gepa" zahlt wie andere "Fair Handelsorganisationen" (z. B. auch "El Puente" in Nordstemmen und Hildesheim) den Kaffeebauern mehr Geld für ihren Kaffee, z. T. mehr als doppelt so viel, wie sie auf dem Weltmarkt bekommen würden. Dafür müssen die Kaffees hohen Standards entsprechen und unterliegen ständigen Qualitätskontrollen.

Die Kaffeeangebote der "gepa" tragen das Transfair-Siegel. Dieses Siegel garantiert, dass die Produzenten in den armen Ländern für ihre Produkte angemessene Preise erhalten, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. "Faire Handelsbeziehungen statt Almosen" lautet das Motto. Inzwischen hat sich das Sortiment von Transfair-Waren um Kaffeespezialitäten wie Espresso und Cappuccino, Tee, Schokolade, Honig und viele andere Lebensmittel erweitert. Sie sind in Eine-Welt-Läden, aber zunehmend auch in normalen Supermärkten zu erhalten.

"Brot für die Welt" möchte auf die vielen Vorteile des "Fairen Handels" hinweisen und hat mit der "gepa" den "CaféPlus" entwickelt. "CaféPlus" ist für Produzenten und Konsumenten ein Plus, weil er biologisch angebaut, fair gehandelt, schonend verarbeitet und ökologisch verpackt wird. Er ist in der Advents- und Weihnachtszeit bei Diakonin Ilona Wewers oder im Kirchenbüro zu erhalten (250g kosten 3,49 €).

Weitere Informationen über die Arbeit von "Brot für die Welt" und den "Fairen Handel" finden Sie im In­ternet unter www.brot-fuer-die-welt.de, www.trans­fair.org, www.gepa.de, www.el-punte.de.