Die Begegnung - im Stall

Ungewöhnlich ist das Bild auf der Titelseite. Wir sehen zwei Familien, eine aus Bad Salzdetfurth, und eine aus Hermannsburg, verkleidet als "Heilige Familie". Sie begegnen sich im "Stall" des Adventsfestes auf dem St. Georgs-Platz.

Das Besondere des Stalles von Bethlehem ist, dass er nach einer Seite hin offen ist. Drei schützende Wände an der Seite und im Rücken, doch die Vorderseite ist offen. Offen in doppelt aufeinander bezogener Hinsicht: Offen für den, der sich dort offenbart. Und offen für die, die dort hineinschauen.

Der Stall von Bethlehem ist ein Ort der Begegnung. Überhaupt ist Weihnachten das Fest der Begegnung - Gottes mit den Menschen und des Menschen mit Gott. Begegnung nicht nur auf Augenhöhe, sondern weit darunter.

Im Stall sieht man Gott nicht, in dem man zu Ihm aufschaut, sondern hinabschaut. In die Krippe schauen kann ich erst, wenn ich nahe herantrete. Deshalb ist die eine Seite offen von Gott her, zu uns hin. Wir können hineingehen und hineinschauen. Diesen Schritt hin zur Begegnung mit Ihm macht uns Gott sehr leicht. Wer sich dieser Begegnung öffnet, der fällt beglückt anbetend auf die Knie.

Die Hirten, die Ärmsten der Armen, und die Könige, die Reichsten der Reichen, erkannten in dieser Begegnung mit Gott, dass sie sich an der Krippe auf Augenhöhe begegnen können.

Das kleine Gotteskind, das sich noch tiefer beugt, als der tiefste Hirte sich je beugen könnte, schafft diese Verwandlung der Menschen. Viele Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit laden uns dazu ein, sich Gott zu öffnen und Ihm dort zu begegnen, wo Er zu finden ist. Erst diese Begegnung mit Gott lässt mich verwandelt den Menschen weihnachtlich aufmerksam und liebend zuwenden.

Denn Weihnachten ist auch das Fest der Begegnung untereinander. Zu Weihnachten begegnen wir vielen Menschen: der Familie, Nachbarn und Freunden. Manchmal ist es auch ein Fremder, den Gott auf unseren Weg schickt.

Die Gottesbegegnung will mich aufmuntern, meinen verschlossenen "Stall" an einer Seite zu öffnen für den, der auf mich zukommt. So erst wird eine Begegnung in ihrer vollen "Tiefe" möglich. Sie ist ein freudiges Geschenk für beide. Das ist beiden Familien auf dem Titelbild anzusehen.

Im Namen aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen grüße ich Sie herzlich Ihr Pastor

Klaus-Daniel Serke, P.